Hep A bis E - Das Wichtigste in Kürze

Hepatitis A

  • Das Hepatitis-A-Virus (HAV) wird vor allem über verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser übertragen. Die Erkrankung gilt (wie auch die Hepatitis E) als "Reisehepatitis".
  • HAV verursacht eine akute Leberentzündung und wird nicht chronisch.
  • Eine spezifische Therapie gibt es nicht.
  • Die Infektion hinterlässt Immunität = Schutz vor erneuter Ansteckung.
  • Die wirksamste Vorbeugung ist die Impfung gegen Hepatitis A. Sie ist auch für HIV-Positive möglich und zu empfehlen.

Hepatitis B

  • Das Hepatitis-B-Virus (HBV) wird vor allem beim Sex und bei intravenösem Drogenkonsum übertragen.
  • HBV-Infektionen können chronisch werden.
  • Kinder, HIV-Positive und Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. viele Drogengebraucher) haben ein erhöhtes Risiko, eine chronische Entzündung zu entwickeln.
  • Bei einer akuten Hepatitis B können nur die Symptome behandelt werden.
  • Standardtherapie bei chronischer Hepatitis B ist derzeit noch die Behandlung mit Interferon alfa (oder Konsensus-Inerferon) oder Zeffix (Lamivudin/3TC).
  • Die Anti-HIV-Medikamente Epivir (Lamivudin/3TC), Viread (Tenofovir) und Emtricitabin (Emtriva) wirken auch gegen das Hepatitis-B-Virus. Eine antiretrovirale Kombinationstherapie bei HIV-Positiven mit chronischer Hepatitis B sollte daher mindestens eines dieser Medikamente enthalten.
  • Gegen Hepatitis B kann man sich impfen lassen. Die Impfung ist auch für HIV-Positive möglich und empfohlen.

Hepatitis C

  • Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wird vor allen beim Drogengebrauch (durch gemeinsam benutztes Spritzbesteck und Zubehör) sowie beim Sex übertragen.
  • Bei einer akuten Hepatitis-C-Infektion lässt sich durch eine sechsmonatige Behandlung mit Interferon in fast allen Fällen eine Chronifizierung verhindern.
  • Unbehandelt wird die Hepatitis C in den meisten Fällen chronisch und kann über Jahre/Jahrzehnte zu einer Leberzirrhose oder zu Leberkrebs führen.
  • Die Entwicklung einer Leberzirrhose verläuft bei HCV/HIV-Koinfizierten deutlich schneller.
  • Die Erfolgsaussichten einer Behandlung der chronischen Hepatitis C mit Interferon in Kombination mit Ribavirin liegen je nach Genotyp zwischen 40% und 80%. Vom Genotyp hängt auch ab, ob sechs oder zwölf Monate behandelt wird.
  • Drogengebrauch/Substitution gilt nicht mehr als Ausschlussgrund für eine Therapie.
  • Es gibt keine Immunität gegen HCV. Eine einmal durchgemachte Hepatitis C oder eine erfolgreiche Therapie schützen nicht vor einer erneuten Ansteckung.
  • Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung.

Hepatitis D

  • Hepatitis-D-Virus (HDV) wird vor allem beim Drogengebrauch übertragen.
  • HDV ist ein unvollständiges Virus und braucht zur Vermehrung die Hülle von Hepatits-B-Virus; eine Ansteckung mit HDV kann daher nur gleichzeitig mit einer Ansteckung mit HBV passieren (Simultaninfektion) oder zusätzlich zu einer schon bestehenden Hepatitis B (Superinfektion).
  • Bei einer Infektion mit HDV zusätzlich zu einer schon bestehenden Hepatitis B (Superinfektion) verläuft die Hepatitis schwerer als bei alleiniger HBV-Infektion.
  • Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D.

Hepatits E

  • Das Hepatitis-E-Virus (HEV) wird in erster Linie über verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser übertragen. Die Erkrankung gilt (wie die Hepatitis A) auch als "Reisekrankheit".
  • Eine Hepatitis E ist vor allem für Schwangere gefährlich.
  • HEV verursacht eine akute Leberentzündung und wird nicht chronisch.Gegen die akute Leberentzündung gibt es keine spezifische Therapie.
  • Die Infektion hinterlässt keine Immunität. Man kann sich erneut infizieren.
  • Gegen Hepatitis E gibt es keine Impfung.
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