Egal ob positiv, negativ oder ungetestet, in einer monogamen Beziehung lebend oder mit vielen Männern Sex zu haben: Risiken, sich oder den Partner mit HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken, lassen sich beim Verzicht auf Safer Sex nicht auschließen:
Als HIV-Negativer riskierst du bei ungeschütztem Sex eine Ansteckung mit HIV (und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten). Eine Heilung gibt es nicht. HIV kann man nicht aus dem Körper entfernen. Die Medikamente zur Behandlung unterdrücken die Virusvermehrung, sind aber zum Teil mit heftigen Nebenwirkungen verbunden. Immer häufiger stecken sich Menschen mit einem Virusstamm an, gegen den eines oder mehrere Medikamente nicht mehr wirken. Die Behandlungsmöglichkeiten sind dann erheblich eingeschränkt, und die Lebensqualität und Lebenserwartung können deutlich verringert sein.
Das Risiko einer Ansteckung besteht auch dann, wenn dein Partner angibt, selbst auch HIV-negativ zu sein. Zum einen stimmt ja schon in Internetprofilen nicht jede Angabe, wie man weiß, das geht vom Alter übers Gewicht bis zur Schwanzgröße. Zum anderen hat ein negatives Testergebnis nur begrenzte Aussagekraft: Es bedeutet, dass ca. 12 Wochen vor der Blutabnahme keine HIV-Infektion vorlag. Was in den zwölf Wochen bis zur Blutabnahme und danach passiert ist, darüber kann der Test keine Aussage machen! Prinzipiell gilt: Wer nach einem negativen Testergebnis ungeschützten Sex hat, gilt wieder als ungetestet (es sei denn, der Partner war mit 100%iger Sicherheit negativ).Wenn du deinen HIV-Status nicht kennst, gehst du das Risiko ein, dich selbst mit HIV zu infizieren oder deinen Partner, du könntest ja HIV-positiv sein.
Ein HIV-Test schafft Gewissheit, ob eine HIV-Infektion vorliegt (HIV-Test positiv) oder nicht (HIV-Test negativ). Anders als früher hat der Test eine hohe therapeutische Bedeutung: Fällt er positiv aus, wird man weitere medizinische Untersuchungen vorschlagen, deren Ergebnisse dann Grundlage für die Entscheidung sind, ob und ggf. wann eine Behandlung (HAART) begonnen werden soll. Wird eine HIV-Erkrankung hingegen erst spät erkannt, ist die körpereigene Abwehr möglicherweise schon so stark geschädigt, dass die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr optimal genutzt werden können.Als HIV-Positiver gehst du ein hohes Risiko ein, einen HIV-negativen Sexualpartner mit HIV zu infizieren. Ferner kannst du dich oder deinen Partner mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten infizieren.
Wenn du in einer festen Partnerschaft lebst, kann nach einem HIV-Test, der für euch beide negativ ausfällt, innerhalb der Beziehung auf Kondome verzichtet werden, wenn ihr beide in den drei Monaten vor dem Test und in der Zeit bis zum Testergebnis konsequent Safer Sex gemacht habt. Das setzt allerdings großes Vertrauen und Offenheit voraus: Denn der Fall, dass ein Partner außerhalb der Beziehung ungeschützten Sex haben könnte, muss bedacht werden. Ihr müsst euch gegenseitig die Möglichkeit geben, darüber reden zu können.
Und habt ihr dann tatsächlich außerhalb der Beziehung ungeschützten Sex gehabt, müsst ihr miteinander darüber reden, schließlich geht es um Verantwortung und ggf. darum, einen HIV-Test zu machen.