CSD-Empfang der AIDS-Hilfe NRW und des Schwulen Netzwerks NRW

Auch in diesem Jahr begrüßten die AIDS-Hilfe NRW und das Schwule Netzwerk NRW wieder über 800 Gäste zum traditionellen CSD-Empfang im Kölner Gürzenich. Neben DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, SPD-Bundesvorsitzender Franz Müntefering, Landtagsvizepräsidentin Angela Freimuth und Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma waren zahlreiche Abgeordnete aus Bundestag, Landtag und Kommunalparlamenten sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Aids- und Selbsthilfe, Verbandswesen, Politik, Kultur und Presse gekommen, um 40 Jahre Christopher Street Day zu feiern. Insgesamt waren 180 Institutionen, Verbände und Vereine vertreten.

Das Schwule Netzwerk NRW zeichnete Dr. Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbundes, mit der Kompassnadel 2009 aus. Mit seinem Engagement anlässlich der Aktionstage gegen Homophobie im Fußball oder für die „Queer Football Fanclubs“ leistet Zwanziger einen außerordentlichen Beitrag zu einer aktiven Minderheitenpolitik für Lesben und Schwule in Deutschland. Mit ihm ausgezeichnet wurden Katharina Kroll und Dominic Frohn für ihr besonderes ehrenamtliches Engagement als Aufbauhelfer des schwul-lesbischen Schulaufklärungsprojekts SchLAu NRW und der Initiative „Schule ohne Homophobie – Schule der Vielfalt“.

Im Rahmen des abwechslungsreichen Programms, das vom Rainbow Symphony Cologne Orchester untermalt wurde, bekräftigten Aidshilfe und Netzwerk ihre Forderung nach dauerhafter Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. In seiner Begrüßung ging Reinhard Klenke, stellvertretender Landesvorsitzender des Schwulen Netzwerks NRW, auf das Motto des Colognepride „Unsere Freiheit hat Geschichte“ ein. „Diese Geschichte wurde und wird von Menschen geschrieben, die sich aktiv für die Belange unserer gesellschaftlichen Minderheit einsetzen“, sagte Klenke und begrüßte vor allem die zahlreichen Ehrenamtlichen aus der schwul-lesbischen Selbsthilfe und der Aidshilfearbeit.

Klaus-Peter Hackbarth, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW, erteilte in seiner Rede allen eine klare Absage, die meinten mit einer Verschärfung des Strafrechts einen wirksamen Beitrag zur HIV-Prävention leisten zu können. „Wir Schwulen haben uns über Diskriminierung und Krankheit erhoben und Verantwortung für uns in die Hand genommen“, erklärte Hackbarth. „Wir, die in Deutschland am meisten von HIV riskierte Gruppe, haben die Herausforderungen durch Aids hervorragend gemeistert.“ Deutschland hat im internationalen Vergleich eine sehr niedrige Neuinfektionsrate.

Der ehemalige Preisträger Franz Müntefering und Angela Freimuth beglückwünschten die diesjährigen Preisträger und leiteten mit ihrem Grußwort in das Beisammensein aller Gäste im Gürzenich über.