ICH WEISS WAS ICH TU wendet sich an schwule, bisexuelle und andere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Ziel ist, die Männer darin zu bestärken, sich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) zu schützen, ihre Gesundheit zu fördern und sie zu befähigen, ihr Risikoverhalten selbst einzuschätzen.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützt die bundesweite Kampagne. ICH WEISS WAS ICH TU ist ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des nationalen Aktionsplans zur HIV- und AIDS-Bekämpfung der Bundesregierung.
Das Kampagnenkonzept wurde gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen der Deutschen AIDS-Hilfe und weiteren (Präventions-) Projekten entwickelt. Im Vordergrund stehen differenzierte Informationen zum Präventions- und Risikoverhalten.
Infos zu aktuellen Themen, Kampagnen und Aktionen findest du unter iwwit.de.
Neuer Ansatz in der HIV-Prävention
Die schlichte Botschaft, dass Kondome vor HIV schützen, reicht nicht
mehr aus. MSM gehen in Zeiten der Kombinationstherapien auf vielfältige
Weise mit dem Risiko einer HIV-Infektion um. Die allermeisten wollen
sich schützen, doch nicht immer schätzen sie die Risiken, die sie auf
sich nehmen, richtig ein. Manche gehen zum Beispiel fälschlicherweise
davon aus, dass sie beim Analverkehr als „aktiver“ Partner kein Risiko
haben. Andere glauben, in ihrer Beziehung seien sie auch ohne Kondome
sicher vor HIV – und übersehen, dass ihr Partner vielleicht auch
außerhalb der Beziehung Sex hat.
ICH WEISS WAS ICH TU entlarvt die Mythen und setzt Fakten dagegen. Statt
einfache Botschaften zu wiederholen, die längst bekannt sind, regt die
Kampagne Kommunikation über Sexualität, Risiko und Schutz an und
motiviert zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten. Zugleich
vermittelt sie differenziertes Wissen.
Echte Menschen als Rollenmodelle
Auch das ist ein neues Konzept in der deutschen HIV-Prävention: ICH
WEISS WAS ICH TU stellt authentische Menschen in den Mittelpunkt. Sie
erzählen von ihrem Leben und von ihren Erfahrungen mit Liebe, Sex, Lust
und Risiko. Auf der Kampagnenhomepage www.iwwit.de werden die
Rollenmodelle ausführlich vorgestellt. Ihre zentralen Aussagen
erscheinen in großformatigen Anzeigen als Kampagnenbotschaften in den
MSM-Medien und fordern so zu Diskussion über HIV, Risiko und Safer Sex
auf.
Erstmalig in der deutschen HIV-Prävention bezieht ICH WEISS WAS ICH TU
auch HIVPositive ein. Die solidarische Herangehensweise stärkt
HIV-positive Männer in ihrem Selbstbewusstsein. Indem die Kampagne das
Leben mit HIV thematisiert, trägt sie zu einem realistischen Bild davon
bei und wirkt gegen Diskriminierung.
Die Stigmatisierung von Menschen mit HIV hingegen führt zur Tabuisierung
des Themas und verhindert die Kommunikation über Safer Sex.
Antidiskriminierungsarbeit ist darum eine wichtige Voraussetzung von
gelungener HIV-Prävention.
Interaktive Website
Die Kampagne ermöglicht der Zielgruppe, ins Gespräch zu kommen. Die Botschaften sollen nicht nur empfangen, sondern auch diskutiert werden können. Daher ist die Website interaktiv: Die User können in den Foren diskutieren und ihr eigenes Profil mit Kurz-Infos einstellen – und so die Seite mitgestalten.
Drei Kommunikationsebenen
Die Kampagne findet auf drei Ebenen gleichzeitig statt:
Klare Ansprache in Text und Bild
ICH WEISS WAS ICH TU unterscheidet sich bildlich und textlich stark von
bisherigen Kampagnen. Die Motive verzichten auf Sexualisierung mittels
durchtrainierter Körper, die sonst vielfach die Bildsprache in Medien
für schwule Männer prägen. Stattdessen rückt ICH WEISS WAS ICH TU die
Rollenmodelle in den Fokus. Sie tauchen zum Beispiel in Anzeigen,
Postkarten und Broschüren auf.
Insgesamt setzt das Kommunikationskonzept auf Klarheit und Style. Die
Kampagnenutzt unverbrauchte Farben und räumt Texten breiten Raum ein.