Infos zur Hepatis-C-Infektion

Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wird durch Blut übertragen, vor allem beim Drogengebrauch, beim Sex dagegen nur selten (Hepatitis C gehört daher streng genommen nicht zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen). Bei einer akuten Infektion lässt sich durch eine sechsmonatige Behandlung meistens eine Chronifizierung verhindern, unbehandelt wird die Hepatitis-C-Infektion dagegen in der Mehrzahl der Fälle chronisch und kann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Die Behandlung ist langwierig und nebenwirkungsreich. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es derzeit nicht, und auch eine durchgemachte Hepatitis C oder eine erfolgreiche Behandlung schützen nicht vor erneuter Ansteckung.

Übertragungswege und Infektionsrisiken

HCV wird vor allem durch Blut-Blut-Kontakte übertragen, und zwar wesentlich leichter als HIV; vollständig geklärt sind die Übertragungswege allerdings nicht. In Europa sind die meisten Infektionen auf den Drogenkonsum zurückzuführen, vor allem auf den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen, Nadeln und Zubehör bzw. von Röhrchen (zum Sniefen). Auch beim Tätowieren und Piercen sowie bei gemeinsamer Benutzung oder Verwechslung von Rasierern (und wahrscheinlich auch von Nagelscheren/Nagelknipsern und Zahnbürsten) kann es zu Infektionen kommen.

Das Risiko einer Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft oder unter der Geburt liegt in Deutschland bei unter 5 %, steigt aber bei zusätzlicher HIV-Infektion (abhängig vom Immunstatus der Mutter).

Beim Sex ist eine Ansteckung möglich, aber auch bei ungeschütztem Vaginal- oder Analverkehr sehr selten. Grundsätzlich ist das Risiko erhöht, wenn Blut im Spiel ist, etwa bei verletzungsträchtigen Sexpraktiken (z. B. beim Fisten mit anschließendem ungeschütztem Analverkehr) oder bei blutigen Entzündungen im Enddarm (z. B. bei Lymphogranuloma venereum).

Info+ HIV-Infizierte scheinen ein höheres Risiko zu haben, sich beim Sex mit Hepatitis C zu infizieren: Die überwiegende Mehrzahl der in den letzten Jahren dokumentierten Fälle von wahrscheinlich sexuell übertragener Hepatitis C betrifft Menschen mit HIV, vor allem Männer, die Sex mit Männern haben.

Eine Ansteckungsgefahr besteht, solange HCV im Blut vorhanden ist; die Infektiosität kann bereits mehrere Wochen vor dem etwaigen Auftreten von Symptomen beginnen. Da ein großer Teil der Infektionen chronisch verläuft, sind viele infizierte Personen über Jahre ansteckend. Das Übertragungsrisiko ist aber von der Viruskonzentration im Blut abhängig, die oft über lange Zeiträume sehr niedrig ist.

Info+ HIV-Infizierte mit einer Hepatitis C haben bei fortgeschrittener Immunschwäche eine größere HCV-Viruslast im Blut, weshalb von erhöhter Ansteckungsgefahr auszugehen ist.

Schutzmöglichkeiten und Impfung

Eine Vorbeugung gegen Hepatitis C ist derzeit weder durch eine Schutzimpfung noch durch die Gabe von Immunglobulinen (Antikörper von Menschen, die bereits eine Hepatitis durchgemacht haben) möglich. Ein sicher schützender Impfstoff ist auch in den nächsten Jahren eher nicht zu erwarten. Auch eine HCV-Post-Expositions-Prophylaxe (wie bei Hepatitis A, Hepatitis B oder HIV) gibt es nicht.

Beim Drogengebrauch schützt die alleinige Verwendung des eigenen, sterilen Röhrchens (zum Sniefen) sowie Spritzbestecks und Zubehörs (zum Injizieren) vor Hepatitis C.

Das (geringe) Risiko einer sexuellen Übertragung wird durch Kondomgebrauch beim Anal- und Vaginalverkehr und durch Verwendung von Handschuhen beim Fisten weiter verringert (für jeden neuen Partner ein neues Kondom bzw. neue Handschuhe). Sexspielzeug und andere Instrumente, die mit Blut in Kontakt kommen können, gründlich desinfizieren, Dildos für jeden neuen Partner mit einem neuen Kondom versehen.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die akute Phase verläuft in mehr als drei Viertel der Fälle ohne ausgeprägte Beschwerden und wird daher meist nicht erkannt. Nur in 10–20 % der Fälle treten grippeähnliche Symptome ähnlich wie bei der Hepatitis B auf, in etwa 10 % ein Ikterus (Gelbfärbung der Augen und der Haut).

Ca. drei Viertel der HCV-Infektionen nehmen einen chronischen Verlauf (d. h., die Virusvermehrung hält länger als sechs Monate nach der Ansteckung an), die anderen heilen innerhalb von sechs Monaten aus. Auch eine chronische Hepatitis C kann später spontan ausheilen. Eine ausgeheilte Hepatitis C verleiht aber keinen Schutz vor erneuter Ansteckung!

Die meisten chronischen Infektionen verlaufen über Jahre bis Jahrzehnte symptomlos oder symptomarm (mit Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Abgeschlagenheit, sowie wiederkehrenden, vorübergehenden Erhöhungen der Leberwerte).

Bei etwa einem Drittel der chronischen HCV-Infektionen kommt es zu einem aggressiven Verlauf mit bindegewebigem Umbau der Leber (Fibrose) und bei etwa 20 % der Infizierten nach Jahren oder Jahrzehnten zu eine Leberzirrhose mit zunehmendem Verlust der Leberfunktion. Patienten mit einer durch HCV verursachten Zirrhose haben ein höheres Leberkrebsrisiko.

Info+ Bei HIV-Positiven verläuft die chronische Hepatitis C in der Regel rascher, und es kommt häufiger zu einem Leberversagen.

Diagnose

Eine HCV-Infektion wird in der Regel durch die Kombination des Nachweises von Antikörpern gegen das Virus (Anti-HCV) sowie von HCV-Virusbestandteilen im Blut festgestellt. Die Antikörper sind meist etwa einen bis drei Monate (in Einzelfällen allerdings auch erst sechs bis zwölf Monate) nach der Infektion und dann über Jahre und Jahrzehnte nachweisbar. Die HCV-Virusbestandteile können dagegen oft schon nach zwei Wochen nachgewiesen werden – etwa bei Verdacht auf eine akute Hepatitis-C-Infektion, um ggf. mit einer Behandlung beginnen zu können (siehe unten). Die Inkubationszeit liegt im Durchschnitt bei 6–9 Wochen.

Info+ Bei einem Immundefekt, z. B. infolge der HIV-Infektion, kann es zu einem Verlust von Anti-HCV kommen, weshalb in diesem Fall auch bei negativem Antikörpertest eine HCV-RNA-Bestimmung  sinnvoll sein kann.

Therapiemöglichkeiten

Bei einer akuten HCV-Infektion (d. h., die Infektion liegt nicht länger als drei bis vier Monate zurück) kann man durch eine halbjährige Interferon-Monotherapie in den meisten Fällen eine Chronifizierung verhindern.

Für die Therapie der chronischen Hepatitis C werden pegylierte Interferone in Kombination mit Ribavirin eingesetzt (sofern keine Gegenanzeigen wie z. B. schwere, behandlungsbedürftige Depression, starker Alkoholkonsum oder Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Stillzeit vorliegen), und zwar je nach HCV-Genotyp und Therapievorgeschichte in der Regel 12–18 Monate (bei dem in Europa besonders häufigen Genotyp 1) oder sechs Monate (bei den anderen Genotypen). Im Durchschnitt liegen die Erfolgsraten der Therapie je nach Genotyp und anderen Faktoren wie Infektionsdauer, Ausmaß der Fibrose oder Viruslast zwischen etwa 40 und 60 %. Eine erfolgreiche Behandlung verleiht keine Immunität, d. h., man kann sich erneut anstecken.

Info + Bei Menschen mit HIV sind die Ansprechraten der HCV-Therapie geringer.

Wie bei anderen Leberentzündungen auch sind bei Hepatitis C eine gesunde Ernährung und das Meiden von leberschädigenden Mitteln (z. B. Alkohol und verzichtbare Medikamente) wichtig.

Personen, die in einem Haushalt mit HCV-Träger(inne)n leben, sie pflegen oder betreuen, sowie ihre Partner/innen sollten die gemeinsame Benutzung von Rasierern, Nagelscheren oder Zahnbürsten meiden.

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