Infektionsrisiken

In Deutschland sind vor allem Männer, die Sex mit Männern haben, Migrant(inn)en aus Weltregionen mit besonders starker HIV-Verbreitung sowie Drogengebraucher(inne)n infiziert. Wer ungeschützten Sex mit Menschen aus diesen Gruppen hat oder mit ihnen beim Drogengebrauch, Tätowieren oder Piercen Spritzen und andere Materialien gemeinsam benutzt, setzt sich einem erhöhten HIV-Risiko aus. In der übrigen Bevölkerung gibt es bisher noch verhältnismäßig wenige Menschen mit HIV. Der ungeschützte Sex kann aber auch für Menschen außerhalb der oben genannten Gruppen ein Risiko bergen, z.B. für Männer und Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern und -partnerinnen. Für alle Gruppen gilt: Eine HIV-Infektion sieht man den Betroffenen meist nicht an, und manche wissen gar nicht, dass sie sich infiziert haben. Safer Sex und Safer Use schützen!

In anderen Teilen der Welt sind HIV und Aids sehr viel stärker verbreitet als bei uns, vor allem in den südlich der Sahara gelegenen Regionen Afrikas, in einigen Ländern Asiens und in Teilen Süd- und Mittelamerikas (z.B. in der Karibik). Auch in Osteuropa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion hat sich die Epidemie in den letzten Jahren rapide ausgebreitet, bisher vor allem unter Drogengebraucher(inne)n und ihren Sexualpartner(inne)n. Das Ansteckungsrisiko richtet sich vor allem danach, wie jemand lebt und wo jemand lebt und welche Möglichkeiten sie oder er hat, sich zu schützen.

Man weiß mittlerweile, dass Menschen sich aus den verschiedensten Gründen nicht schützen oder nicht schützen können. Das gilt zum Beispiel für sozial, kulturell und ökonomisch Benachteiligte: Wer arm ist und über wenig Bildung verfügt, wer diskriminiert wird und für sich keine Zukunft sieht und wer kein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl entwickeln konnte, ist meist nicht in der Lage, sich angemessen zu informieren, auf seine Gesundheit zu achten und sich in Risikosituationen zu schützen. Außerdem lässt sich das Verhalten beim Sex meist nicht allein von der Vernunft steuern. Viele weitere Faktoren können eine Rolle spielen, z.B. emotionale oder wirtschaftliche Abhängigkeiten, der Wunsch nach Verschmelzung, Verliebtheit, die Angst, die Situation zu "zerstören", oder eingeschränkte Fähigkeiten nach dem Konsum von Alkohol oder anderen Drogen. Auch jenen, die den festen Vorsatz haben, sich zu schützen, gelingt das nicht immer.

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