Wie kann HIV übertragen werden und wie nicht?

HIV gehört zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern. Die üblichen Hygienemaßnahmen im Haushalt, im Krankenhaus, in der Arzt- oder Zahnarztpraxis, bei der Akupunktur, beim Friseur, bei Maniküre und Pediküre oder beim Piercing und Tätowieren reichen aus, um es unschädlich zu machen. HIV wurde zwar auch in Urin, Kot, Speichel, Schweiß und Tränenflüssigkeit nachgewiesen, jedoch nur in sehr geringer Menge, die für eine Ansteckung nicht ausreicht. Deshalb besteht keine Ansteckungsgefahr durch:

  • Händedruck, Umarmen, Streicheln
  • Anhusten oder Anniesen
  • Benutzen derselben Teller, Gläser und Bestecke
  • gemeinsame Benutzung von Toiletten, Handtüchern oder Bettwäsche
  • Besuch von Schwimmbädern oder Saunen
  • Zusammenarbeiten und -wohnen mit Menschen mit HIV/Aids
  • Betreuen und Pflegen von Menschen mit HIV/Aids
  • Erste-Hilfe-Leistung
  • Küssen
  • Mücken, andere Insekten oder andere Tiere

Wie kann HIV übertragen werden?

HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in den Körper oder auf die Schleimhäute gelangt. Eine Ansteckung ist möglich über Blut – auch Menstruationsblut –, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch, die das Virus in hoher Konzentration enthalten können. Eine HIV-Infektion kann man niemandem ansehen. Sie lässt sich nur durch einen HIV-Test feststellen oder ausschließen. Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen..

Analverkehr

Die Darmschleimhaut ist äußerst empfindlich und kann HIV direkt aufnehmen. Das Virus kann aber auch über den Penis aufgenommen werden: Die Vorhaut und der Harnröhreneingang enthalten Immunzellen, die HIV direkt aufnehmen oder abgeben können, außerdem kann es zu einer Übertragung über winzige, nicht sichtbare Verletzungen kommen.

Vaginalverkehr

Durch kleine, nicht spürbare Verletzungen der Scheide oder Reizungen des Gebärmutterhalses (z.B. durch Pilze und andere sexuell übertragbare Erreger) kann HIV aus infektiösem Sperma in die Schleimhaut der Frau gelangen. Umgekehrt können Scheidenflüssigkeit und Menstruationsblut durch winzige, nicht sichtbare Hautrisse am Penis oder über Immunzellen in der Vorhaut bzw. dem Harnröhreneingang auch zur Ansteckung des Mannes führen. HIV wird jedoch leichter vom Mann auf die Frau übertragen als umgekehrt. Während der Periode (Monatsblutung) ist das Infektionsrisiko für die Frau wie für den Mann erhöht.

Oralverkehr

Oralverkehr ist im Vergleich zu Analverkehr und Vaginalverkehr risikoarm. "Blasen", "Lecken" oder "Lutschen" birgt aber dann ein Risiko, wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund der Partnerin/des Partners gelangt. Bei der Aufnahme von Vaginalflüssigkeit (ohne Blut) reicht die Viruskonzentration für eine Ansteckung nicht aus, da nur eine kleine Menge in den Mund gelangt und diese außerdem durch den Speichel "verdünnt" wird.

Das Risiko, sich und andere mit HIV anzustecken, ist erhöht, wenn man eine sexuell übertragbare Krankheit wie Syphilis, Tripper oder Herpes hat. Auch deshalb ist es wichtig, solche Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln und bis zum erfolgreichen Abschluss der Behandlung auf Sex zu verzichten. Wer häufig mit wechselnden Partner(inne)n Sex hat, sollte sich regelmäßig (z.B. alle halbe Jahre) auf sexuell übertragbare Krankheiten untersuchen lassen, weil man sie meist nicht selbst erkennen kann.

Übertragung beim Drogengebrauch

Menschen, die sich Drogen spritzen ("fixen"), haben ein sehr hohes Infektionsrisiko, wenn sie ein Spritzbesteck verwenden, das bereits von einer anderen Person benutzt worden ist. Hierbei kann nämlich HIV aus Resten infizierten Blutes in der Spritze direkt in die Blutbahn eindringen – in solchen Blutresten hält sich das Virus unter Umständen mehrere Tage! Ein Infektionsrisiko besteht auch beim Aufteilen der Droge mit Hilfe gebrauchter Spritzbestecke und beim Verwenden gebrauchten Zubehörs (Löffel, Filter, Tupfer). Außerdem kann man sich beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck und Zubehör sehr leicht mit Hepatitis infizieren.
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