Wir müssen alle Abstriche machen!

Was, schon wieder sparen? Wieder mal den Gürtel enger schnallen? Nö, ganz im Gegenteil: Gürtel auf und runter mit der Buxe! Und zwar diesmal, um den Doc ranzulassen. Ein Check auf STIs (sexuell übertragbare Infektionen) steht an.

Der Sinn und Zweck von Safer Sex sollte allen bekannt sein: Safer Sex schützt dich zuverlässig vor einer Ansteckung mit HIV. Bei anderen Geschlechtskrankheiten greift der Schutz allerdings oft ins Leere. So wird beispielsweise der Schutz von Kondomen in Bezug auf STIs deutlich überschätzt. Syphilis, Tripper und Co. werden häufig "am Gummi vorbei" übertragen. Mit vielen STIs kann man sich schon beim Knutschen und Blasen (auch ohne Abspritzen) oder beim gegenseitigen Wichsen anstecken – Kondome nützen da wenig. "Wenn´s juckt und brennt, ab zum Arzt", der Spruch ist absolut richtig und greift doch zu kurz. Wenn verdächtige Symptome auftauchen, gehören diese natürlich mit einem Arzt abgeklärt. Doch meist spürt man gar nichts von der Ansteckung. Oft machen STIs keine Beschwerden und machen sich dort breit, wo man es nicht vermutet, z.B. im Rachen oder im Arsch! Unbemerkt können sie dann deine Gesundheit schwer schädigen und beim Sex unentdeckt weitergegeben werden.

Und jetzt alle: Hosen runter!
Was also ist die richtige Strategie, um STIs ein Schnippchen zu schlagen? Die Lösung ist total einfach: Wenn du Sex mit wechselnden Partnern hast, lass dich regelmäßig (alle sechs bis zwölf Monate) auf die wichtigsten STIs checken. Zu den üblichen Verdächtigen zählen vor allem Syphilis, Tripper (Gonorrhö) und Chlamydien. Die Syphilis lässt sich simpel und bequem mit einem Bluttest (auch als Schnelltest!) finden oder ausschließen. Tripper und Chlamydien hingegen lassen sich am besten durch eine Urinuntersuchung verbunden mit einem Abstrich (Rachen und Darm) aufspüren. Dazu streicht der Arzt mit einem Wattestäbchen eine Probe von den entsprechenden Schleimhäuten ab. Viele Schwule scheuen diese Untersuchungen und bocken herum wie ein Turnierpferd vor dem Hindernis. Die HOMOLOBBY möchte beruhigen: Sei unbesorgt, du hast schon weitaus größere Kaliber weggesteckt, ohne dabei zu leiden! Unangenehm braucht dir die ganze Angelegenheit nicht zu sein, denn Ärzt*innen machen solche Untersuchungen tagtäglich. Also: "Stäbchen rein: sicher sein!W. Doch wo lasse ich mich checken?

Wo, wer und wie!
Einige Gesundheitsämter bieten neben anonymen HIV-Tests gelegentlich auch STI-Testmöglichkeiten an. Häufig sind die STI-Untersuchungen aber auf bestimmte Zielgruppen beschränkt (z.B. Menschen ohne Krankenversicherung). Die Tests sind meist kostenfrei. Auch in der Arztpraxis kannst du dich auf STIs testen lassen. Bei Symptomen oder einem dringenden, konkreten Verdacht ist die Untersuchung eine Kassenleistung. Sprich die Kostenfrage direkt an, damit du kein blaues bzw. finanzielles Wunder erlebst. Dein Vorteil in der Arztpraxis: Du kannst Schwanz und Arsch auch gleichzeitig auf Feigwarzen und einen Genital-Herpes untersuchen lassen.

Testprojekte und Checkpoints
Immer mehr Aidshilfen oder Schwulenberatungen betreiben mittlerweile eigene HIV-/STI-Testprojekte (Checkpoints), bei denen du dich anonym und gegen eine geringe Kostenbeteiligung beraten und testen lassen kannst. Sie kennen sich mit schwulem Sex und Lifestyle bestens aus, hier muss dir nichts peinlich sein. Hier läuft niemand rot an, auch nicht wenn es um Themen wie Sexualpraktiken, Chemsex oder Fetische geht.

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