Die meisten legalen und illegalen Drogen verändern die Wahrnehmung und das Bewusstsein, bauen Hemmungen ab, senken die Schmerzschwelle oder steigern die sexuelle Lust und Risikobereitschaft. Das kann (muss aber nicht) zur Folge haben, dass du dich oder deinen Sexpartner nicht mehr schützen kannst etwa vor einer Infektion mit HIV oder mit anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen. Daher ist es wichtig, Sexpraktiken und Safer-Sex-Methoden vor dem Drogenkonsum zu vereinbaren und sich auch unter Drogeneinfluss die eingeschränkte Urteilskraft möglichst klar zu machen.

Wer Drogen nimmt weiß, dass deren Wirkung an unterschiedlichen Tagen sehr verschieden sein kann. Dies kann mit der eigenen psychischen und körperlichen Verfassung, aber auch mit dem unterschiedlichen "Reinheitsgehalt", das heißt dem Verhältnis des reinen Wirkstoffs zu diversen Zusatzstoffen, zusammenhängen. Zudem ist es möglich, dass die gleiche Substanz bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark und lange wirkt. Faktoren wie beispielsweise Größe und Gewicht einer Person können die Konzentration einer Droge oder eines Medikaments im Körper beeinflussen.

Die Informationen zu Wechselwirkungen basieren auf theoretischen pharmakologischen Überlegungen, Fallberichten und den wenigen Studien, die es zum Thema gibt. In solchen Studien werden nur einzelne Substanzen getestet. Die Nicht-Nennung anderer Substanzen schließt daher mögliche Wechselwirkungen nicht aus!

Weitere und ausführliche Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Alkohol

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Genuss und Konsum von Alkohol sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter www.hiv-drogen.de.

In kleineren Mengen wirkt der Genuss von Alkohol anregend und entspannend. In größeren Mengen führt der Konsum zu Störungen des Denk-, Sprech- und Reaktionsvermögens, Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen, Gedächtnislücken, Enthemmung und Aggressivität. Bei einer Überdosierung kann es zu Übelkeit und Erbrechen, Krämpfen und Bewusstlosigkeit kommen.

Die Langzeitfolgen von starkem Alkoholkonsum sind

  • Fettleber und Leberzirrhose, Magengeschwüre, Bluthochdruck
  • Nervenschäden (Polyneuropathie)
  • Schlafstörungen, Depression
  • reduzierte geistige Leistungsfähigkeit
  • Psychosen, Wahnvorstellungen
  • Krampfanfälle
  • Delir
  • Demenz
  • es besteht die Gefahr, eine körperliche und psychische Abhängigkeit zu entwickeln

Wechselwirkung mit anderen Drogen

  • Der gleichzeitige Konsum von Alkohol und Benzodiazepinen (Tranquilizer) oder Opioiden (Heroin, Methadon) führt zur Herabsetzung der Atmung bis hin zur Atemlähmung.
  • Der zeitgleiche Konsum von Alkohol und GHB führt  häufig zu Erbrechen und zur Herabsetzung der Atmung bis hin zur Atemlähmung.
  • Beim gleichzeitigem Konsum von Amphetaminen gibt es ein erhöhtes (in Verbindung mit Potenzmitteln stark erhöhtes) Risiko für Leberschädigungen.

Gesundheitstipps und Safer Use

Der Alkoholkonsum bei Einnahme von Medikamenten und anderen Drogen sollte generell reduziert oder vermieden werden. Unkalkulierbare Wechselwirkungen und Leberschädigungen können die Folge sein.

Cannabis [Dope - Gras - Mariuhana - Shit]

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Konsum von Cannabis sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Der Wirkstoff ist Tetrahydrocannabinol (THC). Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Wirkungen und Nebenwirkungen

In kleineren Mengen kannn der Konsum von THC Euphorie, veränderte und intensivere Sinneswahrnehmungen, Steigerung der sexuellen Lust, Appetitanregung und Beruhigung bis hin zur Schläfrigkeit hervorrufen. Desweiteren können Muskelentspannung, Schmerzdämpfung, gesteigerte Herzarbeit, erhöhter Puls, Erweiterung der Blutgefäße, Senkung des Blutdrucks im Stehen die Folge sein.

In größeren Mengen konsumiert oder bei häufiger Nutzung kann es zu Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Aufmerksamkeit und des Koordinationsvermögens, Halluzinationen, Wahnvorstellungen (z. B. Verfogungswahn) kommen. Desweiteren sind Depersonalisation, ein verändertes Zeitgefühl, Psychosen, Angstzustände, Panik, Übelkeit, Erbrechen sowie gesteigerte Herzfrequenz und Kreislaufprobleme bis hin zum Kollaps möglich. Es besteht ferner die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit (bei langem, starkem Konsum auch einer körperlichen Abhängigkeit).

Wechselwirkungen mit anderen Drogen

Der gleichzeitige Konsum von THC mit Opioiden (z. B. Heroin, Methadon), Benzodiazepine (Tranquilizer) oder GHB kann zur Desorientierung, verstärkten Schläfrigkeit sowie einer Verstärkung der Atemhemmung durch andere Drogen bis hin zur Atemlähmung führen.

Gesundheitstipps und Safer Use

  • Eine Reduktion der schädlichen Rauchinhaltsstoffe (z. B. Nikotin, Teer) lässt sich durch Verwendung von Wasserpfeifen oder Kohle-Aktiv-Filtern erreichen.
  • Bei Einnahme von Cannabis über Kekse, Tee usw. niedriger dosieren: Je nach Stoffwechselaktivität sowie Art und Menge der aufgenommenen Nahrung tritt die Wirkung später ein (etwa 30 Min. bis zwei Stunden nach der Einnahme), hält länger an (8 - 14 Stunden) und kann erheblich stärker ausfallen.
  • Darauf achten, dass Herz-Kreislauf-Probleme durch THC verstärkt werden können.
  • Vorsicht bei neuen Züchtungen mit hohen THC-Konzentrationen: Hier können verstärkte und unerwünschte Wirkungen auftreten.
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