Wissenswertes für den nächsten Check auf sexuell übertragbare Krankheiten beim Arzt deines Vertrauens

Du weißt nicht, in welchen Fällen du dich auf sexuell übertragbare Krankheiten untersuchen lassen solltest?  Wie kann so eine Untersuchung aussehen? Wie einen vertrauensvollen und kompetenten Arzt finden? Auf dieser Seite erfährst du Wissenswertes für deinen nächsten Check auf sexuell übertragbare Krankheiten!

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt  Männern, die Sex mit Männern und mehr als 10 Sexpartner pro Jahr haben, mindestens eine jährliche Untersuchung.  Diese Anzahl ist nur ein Richtwert, deshalb solltest du dein Risiko individuell abschätzen: Hatte man zum Beispiel Sex mit Personen,  die oft wechselnde Partner haben, eventuell im Darkroom oder der Sauna, dann ist eine Untersuchung auch bei weniger als 10 Sexpartnern im Jahr empfehlenswert!  Da einige sexuell übertragbare Krankheiten, wie z.B. Syphilis,  auch längere Zeit  symptomfrei  verlaufen können, aber in dieser Zeit trotzdem  schädlich sind, sollte  diese Routineuntersuchung regelmäßig gemacht werden, auch wenn du keine konkreten Anzeichen einer Infektion wahrnimmst.

Die erste Frage, die sich oft stellt, ist folgende: Wie finde ich einen gewissenhaften Arzt, der sich fachlich gut auskennt und mich ernst nimmt?  Wer ein gutes Verhältnis zu seinem Hausarzt hat, sollte sich vertrauensvoll an diesen wenden.  Wenn du dich jedoch nicht an deinen Hausarzt wenden möchtest, ist es empfehlenswert sich an Hautärzte, Urologen, Venerologen (Fachärzte für sexuell übertragbare Krankheiten) oder HIV-Schwerpunktpraxen zu wenden. Diese Facharztgruppen  haben  in der Regel  einige Erfahrungen mit Untersuchungen auf sexuell übertragbare Krankheiten. Besonders schwulenfreundliche Ärzte kannst du auch in vielen Szenezeitschriften ausfindig machen.

Des Weiteren bieten einige Gesundheitsämter die Möglichkeit sich von einem Arzt anonym untersuchen zu lassen. Weitere Informationen dazu findest du bei den Gesundheitsämtern selber.
Leider gibt es keine klare Regelung, wann die Krankenversicherung eine Untersuchung auf STIs bezahlen muss.  Die Entscheidung, ob eine Untersuchung im Sinne der Krankenversicherung als „sinnvoll“ erachtet wird und somit zu Lasten der Kasse durchgeführt werden kann, entscheidet allein der behandelnde Arzt. Gewissenhafte Ärzte werden dein Anliegen sehr ernst nehmen und es dann auch in der Regel über die Versicherung abrechnen. Für dich entstehen dann keine zusätzlichen Kosten.

Es ist wichtig mit dem Arzt einen vertrauensvollen Dialog aufzubauen und ihm zu sagen, dass du Sex mit Männern und häufig wechselnde Sexpartner hast. In diesem Dialog wird ein guter Arzt mit dir die verschiedenen Krankheiten  durchgehen und gemeinsam mit dir abwägen, welche Untersuchungen in deinem individuellen Fall Sinn machen. Anhand der Art der Risikokontakte und eventueller Symptome  kann man beispielsweise bestimmen, welche Untersuchungen Sinn machen und welche nicht.  So ist es zum Beispiel nicht nötig die Harnröhre auf Tripper zu untersuchen, wenn du dort keine Schmerzen oder eitrigen Ausfluss hast.  Falls du viel Oralverkehr hast, macht es  zudem Sinn regelmäßig einen Rachenabstrich durchzuführen. Zudem ist es empfehlenswert mit dem Arzt einen regelmäßigen Check zu verabreden.

Wie kann so eine Untersuchung konkret aussehen? Je nach dem welche Untersuchungen du mit deinem Arzt verabredest, können die Methoden unterschiedlich sein:  Syphilis kann beispielsweise leicht über das Blut nachgewiesen werden, außer wenn die Infektion erst vor sehr kurzer Zeit stattgefunden hat.  In diesem Fall ist jedoch meistens ein charakteristisches Geschwür an der Infektionsstelle zu finden. Um solche Geschwüre oder andere Hautveränderungen, wie etwa Feigwarzen, zu diagnostizieren, wird sich ein engagierter Arzt im Rahmen der Untersuchung auch Anus und Genitalbereich einmal ansehen.

Chlamydien und Tripper im Darm oder Rachen können hingegen durch einen Abstrich nachgewiesen werden, der normalerweise völlig schmerzfrei ist. Ein Urintest kann außerdem Auskunft darüber geben, ob Chlamydien in der Harnröhre sind.

Ausführliche Informationen zu diesen Krankheiten, deren Symptome und Diagnose- und Behandlungsmethoden findest du hier.

Eine regelmäßige Untersuchung auf sexuell übertragbare Krankheiten ist also nichts wovor man Angst haben muss. Im Gegenteil: Sie macht bei häufig wechselnden Partnern sehr viel Sinn und stellt deine Gesundheit sicher, damit du auch in Zukunft weiterhin Spaß am Sex haben kannst, ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen oder an den Partner etwas weiterzugeben.
Hast du weitere Fragen bezogen auf HIV oder andere sexuell übertragbare Krankheiten, dann kannst du dich vertrauensvoll an die hier aufgelisteten Stellen oder auch an den Gayromeo Health Support wenden.