Von der Aidsprävention zur schwulen Gesundheit

Schwule Gesundheit bedeutet mehr, als die bloße Abwesenheit von Krankheit. Schwule Gesundheit stellt ein Konzept ganzheitlichen körperlichen und seelischen Wohlbefindens dar. Vor allem der Prozess des Coming-Out, mit all seinen emotionalen Höhen und Tiefen, erschwert häufig eine objektive Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Die Anforderungen an das eigene Aussehen und Verhalten werden dem Zeitgeist untergeordnet, um in der Szene anzukommen.

Es gilt deshalb gerade dort eine möglichst unbelastete Diskussion zu Themen der Gesundheit anzustoßen und diese zu verbreitern und zu vertiefen. Es müssen dabei krankmachende Erfahrungen aufgegriffen und eine konstruktive Bewältigung angeregt werden. Insgesamt kann und soll dieses Bestreben auf Dauer zu einer Verbesserung der Lebensqualität schwuler Männer und des sozialen Zusammenhalts in der Szene beitragen.

Information steht im Mittelpunkt

Fundierte Informationsvermittlung stellte von Beginn an eines der zentralen Mittel zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit dar. Bedeutete dies in den Anfängen die zum Überleben notwendige Botschaft: "Kondome schützen!", so liegt nunmehr das wesentliche Ziel aller Aufklärungsbemühungen in der Stärkung der Eigenverantwortung des Einzelnen.
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Strukturelle Prävention

Indem auf die gesellschaftliche Lebensstilakzeptanz hingearbeitet wird und entsprechende Verhältnisse geschaffen werden, kann eigenverantwortliches Handeln entscheidend gestärkt werden. Nur wer in seiner Lebenswelt weder diskriminiert noch kriminalisiert wird, hat wirklich die Wahl, seine Gesundheit zu schützen.