Gesundheit ist nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen, sondern, wie es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert, ein wünschenswerter "Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens." Eine unbelastete Diskussion zum Thema "schwule Gesundheit" bzw. Krankheit wurde bislang durch den Fokus auf die Bewältigung der Aidskrise erschwert. Zudem hat die WHO "Homosexualität" erst 1992 aus dem Katalog der Krankheiten gestrichen.
Inzwischen kommt die HIV-Infektion, zumindest in den Industrieländern, einer chronischen Erkrankung gleich und schwules Leben hat sich als selbstbewusster Bestandteil öffentlichen Lebens etabliert. Damit stellt sich die Frage neu, was für wen, wo und wie kommuniziert werden soll und muss. Es gibt nicht mehr DIE Zielgruppe an Männern, die Sex mit anderen Männern haben, und nicht mehr die klassischen "einschlägigen" Orte allein, an denen sie aufzufinden sind. Es bildet sich vielmehr ein schwules Leben heran, das vielfältige Präventionsansätze erfordert.