Ausblick - Perspektiven - Visionen

Gesundheit ist nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen, sondern, wie es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert, ein wünschenswerter "Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens." Eine unbelastete Diskussion zum Thema "schwule Gesundheit" bzw. Krankheit wurde bislang durch den Fokus auf die Bewältigung der Aidskrise erschwert. Zudem hat die WHO "Homosexualität" erst 1992 aus dem Katalog der Krankheiten gestrichen.

Inzwischen kommt die HIV-Infektion, zumindest in den Industrieländern, einer chronischen Erkrankung gleich und schwules Leben hat sich als selbstbewusster Bestandteil öffentlichen Lebens etabliert. Damit stellt sich die Frage neu, was für wen, wo und wie kommuniziert werden soll und muss. Es gibt nicht mehr DIE Zielgruppe an Männern, die Sex mit anderen Männern haben, und nicht mehr die klassischen "einschlägigen" Orte allein, an denen sie aufzufinden sind. Es bildet sich vielmehr ein schwules Leben heran, das vielfältige Präventionsansätze erfordert.

Nur wer sich ändert bleibt sich treu!

"HIV- und Aidsprävention waren noch nie einfach und stellten immer eine große Herausforderung für die Aidshilfen und schwulen Präventionsprojekte dar. Die Zukunft wird noch vielfältigere und differenziertere schwule Lebensentwürfe hervorbringen und damit auch die HIV- und STI-Prävention neu herausfordern: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu!“ (Dirk Meyer, Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW)

Lebensnahe Prävention

"Prävention muss lebensnah sein, das heißt, sie muss sich an den Lebenswirklichkeiten und individuellen Möglichkeiten der Menschen orientieren. Erfahrungen zeigen, dass Präventionsmaßnahmen und -botschaften dann eher angenommen werden, wenn sie keinen zu hohen zusätzlichen Aufwand erfordern und gut in die Lebensgewohnheiten zu integrieren sind. Die so genannte Lebenswelt bezogene Gesundheitsförderung und Prävention, wie sie auch in der Aidsarbeit praktiziert wird, ist für mich deshalb ein Erfolg versprechender Ansatz." (Elke Slawski-Haun, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW)