Die Datingportale sind nicht nur dafür da, Begegnungen zum Austausch von Nettigkeiten oder Körperflüssigkeiten zu arrangieren. Sie können noch viel mehr. Sie schaffen Netzwerke, die (teilweise auch außerhalb der Plattform) in vielfältiger Weise funktionieren. Dafür begibt man sich in Clubs, wie sie bei Gayromeo heißen oder in die Communitys bei Gayroyal. Diese Clubs sind so etwas wie Online-Vereine: User interessieren sich für ein bestimmtes Thema (ob Sex oder Briefmarken) und gründen einen Club, der sich (nur) mit diesem Thema befasst. Alle User auf der Plattform können sich so nach ihren persönlichen Interessen mit anderen vernetzen und austauschen.
Manche Clubs sind öffentlich zugänglich: Jeder User der Plattform kann die Angebote des Clubs nutzen (Bilder und Profile einsehen, Kommentare schreiben, etc.) und sich ohne Kontrolle im Club als Mitglied eintragen. Bedenke, dass dein Profil für jeden sichtbar ist, wenn du dich in einem öffentlichen Club anmeldest.
Außerdem gibt es sogenannte private Clubs: Mitglied wirst du dort nur durch „Einladung“ durch den Administrator (in der Regel den Gründer) des Clubs oder durch eine „Bewerbung“ bei ihm: Einfach den Anmelde-Button klicken, alles weitere erfolgt dann über einen kleinen, teils automatisierten Chat. In jedem Fall entscheidet ein anderer User darüber, ob du in den Club passt.
Wie in jedem anderen Verein auch ist die Aufnahme in diese Clubs oft an bestimmte Aufnahmekriterien gebunden, die bei deiner Anmeldung "überprüft" werden: Natürlich musst du Interesse an dem Thema haben, viele Clubs verlangen ein (Gesichts-)Bild von Neumitgliedern (um Faker abzuwehren) und oft gelten Altersgrenzen. Private Clubs sind für Nicht-Mitglieder nicht einsehbar.
Anzahl und Vielfalt der User-Clubs sind faszinierend. Klar, viele Clubs drehen sich um Sex in allen Spielarten (Fetischliebhaber aller Art, "Sexzirkel" vom Onanieclub in Buxtehude bis zu "Seitensprung in NRW"). Aber es gibt auch reine freizeitorientierte Clubs: Von den "schwulen Rommé-Freunden" bis zu "Gay im Job" ist alles mit dabei.
Die Clubs und Communitys sollen das leisten, was beim reinen Dating vielleicht manchmal zu kurz kommt: die Bildung von Freundeskreisen außerhalb des Internets, Beziehungen über das eigene Hobby – ganz egal, ob das nun Geranienzüchten oder Bodypainting ist.